Freitag, 11. Juni 2010

Sarakhs an der Grenze zu Turkmenistan, Km 3204

Ich schon wieder, aber das Hotel hier in Sarakhs an der Grenze zu Turkmenistan hat freien Internetzugang, das muss ich nutzen.

10.6. Ruhetag in Mashhad war klasse.
Tagsueber relativ entspannter Verkehr, weil sehr heiss, abends ist dann alles auf den Beinen oder im Auto.
War in einem kleinen Hotel in einer der kleinen Gassen direkt am Haram (Bezirk mit den ganzen Moscheen und riesigen Hoefen). Vormittags im Museum des Haram, das u.a. das alte, kunstvoll verzierte Gitter ausstellt, das um das Grab des Imam Reza steht. Der Zugang zum echten Gitter bzw zum Grab ist fuer Nicht-Moslems nicht moeglich, nur die aeusseren Hoefe sind fuer Nicht-Moslems zugaenglich. (Die Gitter muessen alle paar Jahrzehnte ausgetauscht werden, weil sie sich durch die Beruehrungen de Pilger abnutzen.)
Heute zur Abwechslung mal was anderes zum Essen. Habe in einem Laden original Schweizer Muesli entdeckt. War natuerlich vergleichsweise teuer, aber egal, endlich was heissgeliebtes. Habe bis zum naechsten Morgen die Familienpackung geleert
Mittags geschlafen und abends waehrend des Abendgebets nochmals im Haram. Nun war alles voller Glaeubiger und bin in deren Strom auch durch einen der mittleren Hoefe "mitgeschwommen", die eigentlich fuer Nicht-Moslems gesperrt sind. Aber das steht nirgends angeschrieben und wenn man sich unauffaellig und bescheiden verhaelt, faellt es auch nicht allzu auf, obwohl ich mich durch Aussehen und Kleidung schon vom Durchschnitts-Iraner unterscheide. Die Atmosphaere war sehr eindruecklich.

11.6.2010 Mashhad-Sarakhs (Iran) 187 km
Heute frueh los, um 7 Uhr. Mt wenig Verkehr raus aus Mashhad (wegen Freitag) und dann auf mittlerer Strasse 186 km gen Osten. Wind kam erst gegen Mittag auf.
Eher einsame Gegend mit wenig Doerfern und duerftigen Getreidefeldern, spaeter Wueste.
Tendenz war fallend, von ueber 1000 m hinunter bis auf 400 m mit einigen Huegeln und einem Pass dazwischen. Die Landschaft heute war viel kleinraeumiger und abwechslungsreicher als die 6 Tage (880km) zwischen Teheran und Mashhad, wo es im Prinzip immer am Nordrand eines flachen Wuestenplateaus entlang ging.
Obwohl es recht locker ging, war ich doch von 7:00 bis 19:00 Uhr unterwegs, mit 9:30h Fahrzeit. Unterwegs ca 8 Liter getrunken, heute abend nochmals etwa 2 Liter. Die uebliche Diaet, mittags Huehnerkeule mit Reis, abends Huehnerspiess mit Reis

Bin nun in Sarakhs im Hotel Doosti, ca 800m von der Grenze zu Turkmenistan. Morgen steht wieder ein sehr langes Stueck an, 180km bis Mary, doch leider werde ich nicht so frueh loskommen, da die Grenze erst um 8 Uhr oeffnet und ich vermutlich nicht vor 9 Uhr mit den Formalitaeten durch sein werde.
In Turkmenistan wird das Internet stark eingeschraenkt, werde mich deshalb wohl erst wieder aus Usbekistan melden.

Kommentare:

  1. Hallo Jürgen,
    echt Wahnsinn, was du da treibst! Respekt!
    Wir wünschen dir viele unvergessliche Eindrücke auf deiner Tour - komm gesund wieder heim
    Conny + Sigi

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  2. hallo jürgen,

    ich weiß nicht mehr ob du kirgisistan auch durchfahren wolltest oder die route über tadschikistan ging. in kirgisistan sind im moment kriegsähnliche zustände. speziell im süden. aus der ferne klang es so als sollte man das unbedingt meiden.

    viele grüsse,
    ralph

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  3. Hi Jürgen,
    ein Schweizer Müsli in Mashhad ist natürlich auch was Tolles, aber mir würde am meisten das Weissbier nach einer solchen Tour fehlen.
    Trotzdem weiter alles Gute auf deiner Tour.
    Gerd

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